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Torf

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Dieser Text ist leider an mehreren Stellen sachlich falsch, bedauerlicherweise überarbeite ich gerade einen anderen Artikel und kann die notwendigen Änderungen erst in nächsten Woche beginnen. Wenn sich also jemand berufen fühlt darf er gerne schon anfangen. Timt 16:19, 10. Sep 2004 (CEST)

Torf ist ein organischer Bodentyp, der für Moore typisch ist. Er entsteht aus der Ansammlung pflanzlicher Substanzen in verschiedenem Grade der Zersetzung . Durch einen niedrigen pH-Wert und Luftabschluss durch aufliegendes Wasser wird die Zersetzung dabei extrem verlangsamt. Die Bildung von Torf geht dadurch so langsam vor sich, dass es bis zur Entstehung eines Moores ungefähr 8 Tausend Jahre dauert (ca. 1 m pro 1 Tausend Jahre).

So entsteht ein Mittelzustand zwischen Land und Wasser: die Moore (Lohden der Oberpfälzer, Ried in Schwaben und Thüringen, Moos (Moor) in Bayern).

Torf Beschreibung
Torf Beschreibung
Torfabbau in Schussenried in Oberschwaben ungefähr 1920

Rohstoff für den Torf ist das nährstoffarme Hochmoor oder das nährstoffreiche Niedermoor. Danach ist auch die Torfqualität unterscheidbar.

In den ersten Stadien der Bildung lässt der Torf die Struktur der Pflanzen noch deutlich erkennen, es entsteht der so genannte Weisstorf ; bei weiterer Zersetzung entsteht ein homogener, wenigstens bei Betrachtung mit unbewaffnetem Auge strukturloser Körper, Braun - oder auch Bunttorf genannt. Die älteste Torfschicht, der so genannte Schwarztorf , ist bereits halbflüssig. Die unteren Schichten eines Torflagers sind dabei, als die älteren und größeren Druck ausgesetzten, in der Zersetzung weiter vorgeschritten (reifer) als die oberen (unreifen). Wo es die Bodenbeschaffenheit die Ansammlung stagnierender, seichter Wasser gestattet, werden dieselben durch Pflanzen überwuchert, die dann ihrerseits wiederum die Wasser vor schneller Verdunstung schützen.

Die Torfmoorbildung setzt eine Einsenkung des Bodens oder Verbindung mit benachbarten Gewässern sowie einen undurchlässigen Untergrund voraus. Dieser wird entweder von fettem, schlammigem Ton (dem Knick der Norddeutschen) oder von einem eigentümlichen Mergel (Wiesenmergel, Alm in Südbayern ) gebildet.

Auch auf spaltenfreien Gesteinen, die ein Versinken des Wassers nicht gestatten, und namentlich auf solchen, welche bei ihrer Verwitterung einen undurchlässigen Ton liefern, können Moore entstehen. Ferner müssen die klimatischen Bedingungen einer schnellen Verdunstung des Wassers entgegenarbeiten, wie in regen- und nebelreichen Gegenden, weshalb namentlich die gemäßigten Zonen die eigentliche Heimat der Moore bilden, während sie sich in der heißen Zone auf hoch gelegene Plateaus und auf undurchdringliche Wälder beschränken.

Außer durch die atmosphärischen Niederschläge, beziehen die Moore das Wasser aus Seen, Schnee- und Eisfeldern, aus Flüssen, welch letztere sie häufig saumartig umziehen. Ferner können Landseen mit flachen Ufern der Vermoorung unterliegen. Von den Uferrändern aus zieht sich eine das Wasser überwuchernde Vegetation stets tiefer in den See hinein; schwimmende Vorposten werden abgerissen, bilden bewegliche Inseln, auf denen sich eine reiche Sumpfflora ansiedelt, bis die Masse zu schwer wird und zu Boden sinkt, um durch Wiederholung des Spiels eine stets mächtigere, das Wasser allmählich verdrängende Schicht zu bilden, die sich endlich mit der vom Ufer her fortschreitenden Moorbildung vereinigt.

Torf Beschreibung
Torf Beschreibung
Federseegebiet bei Bad Buchau, mit 3300 ha das größte Moor in Südwestdeutschland
So besitzt der Federsee in Oberschwaben heute ca. noch eine Wasseroberfläche von 256 Hektar, während er noch gegen das Ende des 18. Jahrhunderts 1100 Hektar groß war.

Die Pflanzen, die zur Vermoorung führen, sind solche, welche in großer Anzahl vorkommen und stark wuchern, besonders aber verfilzte Wurzeln treiben: die Heiden (Calluna vulgaris und Erica tetralix), Moltebeere, Riedgräser (besonders Carex -Arten), Wollgräser, Simsen , Binsen, gelegentlich auch Borstgras (Nardus stricta), sowie vor allem Torfmoose (Sphagnum). In hoch gelegenen Regionen kann auch die Bergkiefer (Pinus mugo) eine Rolle spielen. Je nach der hervorragenden Beteiligung einzelner der genannten Pflanzen an der Moorbildung unterscheidet man Wiesen- (Grünlands-) Moore und Heide- (Moos- oder Hoch-) Moore. In ersteren dominieren die Carex- und Eriophorum-Arten; bisweilen tritt auch Hypnum in großer Menge auf, während Sphagnum fehlt.

Der Torf von Niedermooren und Hochmooren unterscheidet sich. Als Ergebnis spielen Niedermoore (außer durch Urbarmachung ) wirtschaftlich keine Rolle, ca. in kleinen Mengen wird dort Niedermoortorf für balneologische Zwecke abgebaut. Hochmoortorf hingegen hat seit dem 15. Jahrhundert bis zu dem Anfang des 19. Jahrhunderts sowie in Notzeiten des 20. Jahrhunderts als Brennstoff in Form des minderwertigen Splinttorfes große Bedeutung besessen, heute wird er hauptsächlich in der Pflanzenindustrie und sowohl von Berufs- wie Hobbygärtnern in großen Mengen verwandt. Durch den Abbau des Torfes werden die Moore großflächig zerstört, die sich angesichts ihrer Langsamwüchsigkeit und des schweren Eingriffs, den der Abbau bedeutet, meist nicht mehr erholen können.

Torf war bis in das 20. Jahrhundert hinein das Heizmaterial der Armen; Heiztorf wurde mit dem Torfspaten "gestochen"; da Torfasche lange nachglüht, führte dies zu vielen Bränden. Für Bettnässer war an Stelle von Bettstroh oder Matratze das Torfbett angesagt. Torf wurde in verschiedenen Gegenden auch als Heizmaterial für Dampflokomotiven benutzt. Wegen des - wie gesagt - langen Nachglühens der Torfasche hatten diese Dampflokomotiven zur Verhinderung von Waldbränden (charakteristisch) birnenförmige Schornsteine. Um eine entsprechende Menge von Torf mitführen zu können, führten Dampflokomotiven teilweise mehrere geschlossene Torftender oder auch sogenannte Torfmunitionswagen hinter sich her. In der Berufsgärtnerei dient heute die Beimischung von Torf üblicher Weise zur präzisen Regelung des Säurehaushaltes des Bodens. Daher gibt es in diesem Bereich kaum Ersatzmöglichkeiten für Torf. Kritisiert wird von Naturschützern insbesondere der Einsatz von Torf in dem privaten Bereich. In dem falschen Glauben, den Boden zu verbessern, werden von Hobbygärtnern jedes Jahr rund 2,3 Millionen Kubikmeter Torf ausgebracht, welche allerdings die Bodenqualitität verschlechtern, da Hochmoortorf extrem nährstoffarm ist und zur Bodenversauerung führt.


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